Freitag, 7. April 2017

Goodie Bag Guide: zwiespältig


Schon wieder ein neues Bastelwerkzeug ... zum Tütenbasteln - echt jetzt? Braucht man das wirklich? Bisher hab ich meine Tüten einfach von Hand bzw. mit dem Falzbrett erstellt und fand das weder besonders schwierig noch aufwändig. Aber welcher Bastler fragt schon danach, was man "braucht" ;) ... uns ist ja nichts verrückt genug, um es nicht wenigstens mal zu testen. Und da mir Petra von Paperbasics dieses neue Spielzeug mit dem klangvollen Namen Goodie Bag Guide von WeR Memory Keepers großzügigerweise in mein letztes Materialpaket packte, wollte ich mir dieses Wunderwerk doch mal genauer anschauen.





Vorneweg das Ergebnis: ein bunter Mix von Tüten unterschiedlicher Größen, vor allem aber unterschiedlicher Materialien! In der Anleitung war immer wieder die Rede von speziellem Papier (Glassine), das passend dazu angeboten wird. Allerdings hatte ich dieses Papier nicht, dafür aber viel Lust zum Experimentieren. Und ich stellte fest: es lässt sich weit mehr damit verarbeiten! Transparentpapier, einfaches dünnes Papier (ca. 80gr), Scrapbögen, Geschenkpapier oder Packpapier und sogar handgemachtes Maulbeerpapier mit Einschlüssen ließ sich mit dem Tool reißen.


Klar, die gerissene Kante lässt sich beim Maulbeerpapier nur noch erahnen, aber die Form blieb stabil. In diesem Fall fand ich den Effekt sogar ganz interessant. Das beste Material ist aber Transparentpapier: die Kante lässt sich wirklich leicht und sauber reißen.

Die beiliegende Anleitung ist klar und einfach: Tüten können in 4 unterschiedlichen Breiten hergestellt werden (von 2½ bis 5½ inch Breite) was sich aus den 4 Elementen ergibt, die unterschiedlich zusammengesteckt werden können. Das bedeutet aber auch: dazwischen geht nichts! Dafür kann man die Höhe der Tüte frei anpassen. Dabei sollte man beachten: gewünschte Tütenhöhe plus ca. 10 cm = Höhe des Papierformats. Für eine Tüte mit 18 cm Höhe (bis zum vorderen Rand) braucht man also Papier mit mindestens 28 cm Höhe - und das gilt für alle 4 Tütenformate!

Es stimmt: so eine Tüte ist mit dem Tool schnell gemacht. Wahr ist aber auch, dass eine einfache Tüte auch von Hand schnell gefaltet ist, allerdings ohne den schicken Zackenrand. ;) Im offiziellen Video werden auch die Seiten mit dem Werkzeug gefaltet; das hat bei mir nicht immer gut funktioniert: wenn das Werkzeug oben und unten nicht an genau der gleichen Stelle angelegt wird, werden die Falzlinien gerne mal etwas schief. Ich habe mich daher lieber auf mein Augenmaß bzw. das Falzbrett verlassen als auf die empfohlenen Kerben (corner edges oder notches im Video, etwa bei 4:07).



Zum Werkzeug selbst: Leider war mein Exemplar nicht gut verarbeitet; ständig herausfallende Verbindungsstifte und unregelmäßige Grate an den Verbindungsstellen (siehe Fotos) führten dazu, dass die Elemente nicht richtig zusammengesteckt werden konnten. Ich musste von Hand nachbessern.



Nach dem Entgraten, dem einseitigen Festkleben der Stifte und dem zusätzlichen Fixieren des zusammengesteckten Tools mit Klebeband (das immer wieder gelöst werden muss, um die Teile neu zusammenzustecken), konnte ich gut damit arbeiten. So eine aufwändige Nachbearbeitung sollte allerdings nicht nötig sein. :(

Mein persönliches Fazit: Sehr schade fand ich die mangelhafte Verarbeitung und das nicht ausgereifte Stecksystem; hier sollte der Hersteller dringend nachbessern. Im Vergleich zu einer einfachen Tüte ist auch der Papierverbrauch etwas höher. Andererseits: die Ergebnisse gefallen mir viel besser als erwartet, besonders der Zackenrand ist mal was anderes. Sehr gut finde ich vor allem, dass man bezüglich Material nicht nur auf das Spezialpapier angewiesen ist. Unterm Strich: empfehlenswert - sobald der Hersteller die o.g. Mängel beseitigt hat.

Aus dem Paperbasics Shop habe ich außerdem verwendet:
- hellgrüner Glitterkarton
- Stempel Osterhase
- grün-weiß gepunktetes Papier aus Kaisercraft Honey Chai Paper Pack
- Honeycomb Thickers von American Crafts


1 Kommentar: